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Donnerstag, 28. April 2011

Das Internet ist an allem Schuld!

Sonys PSN ist down, ich kann immer noch kein Portal 2 im Koop spielen. Könnte ich sowieso nicht, weil mein Bruder im Urlaub (wtf?) ist, aber das ist ja mal nicht der Punkt.


Zeit andere Spiele zu zocken und ich war neulich tatsächlich kurz davor Mortal Kombat zu bestellen. Dann hab ich mich aber gefragt, wann und wie ich das spielen würde. Und dann ist mir klar geworden, dass es einfach keinen Sinn für mich macht Mortal Kombat zu kaufen. Mortal Kombat II hab ich mit nem Kumpel am PC gezockt und es war furchtbar. Je nach Stage hat's mal mehr mal weniger geruckelt, wir mussten jeweils einen Teil der Tastatur beschlagnahmen und wenn man mal ganz ehrlich ist, war das Gameplay ziemlicher Schrott. Wir hatten trotzdem Spaß, schon allein um all die ganzen Fatalities auszuprobieren.

Und heute? Heute würde ich den Singleplayer spielen, mich zügig langweilen und hätte anschließend die Möglichkeit online zu spielen. Erstes Problem: Online ist nicht nebeneinander auf der Couch. Selbst der dominanteste Sieg ist online nur die Hälfte wert, weil man dem Besiegten die Niederlage nicht von Angesicht zu Angesichts unter die Nase reiben kann. Zweites Problem: Ich will Kratos, den gibt's logischerweise nur auf der PS3. Da ist auch das Pad besser, aber alles andere ist auf der Xbox besser. Am Ende des Tages könnte ich also online gegen wildfremde Hanseln antreten, sofern Sony das eigene Netzwerk irgendwann noch mal wieder hinbekommt. Mein Kumpel Udo hat das Spiel übrigens auf der 360, sich die Finishing Moves von Kratos aber "auf youtube angeschaut". Ja, wo kommen wir denn da hin? Der eigentliche Reiz der Reihe wird hier völlig ausgehebelt, ich kann mir ja alles auf youtube anschauen. Schlimm genug, dass ich mir am Tag des Releases sämtliche Fatality-Moves auf gamefaqs.com anschauen kann, ich muss nicht mal mehr selber ausführen. Ich schnall das nicht. Das ist so als würde ich mir "die spannendsten Szenen eines Films" auf youtube anschauen. Dann spar ich mir den Kinobesuch oder den Kauf der DVD.

Ein Spiel wie Mortal Kombat gehört in einen Raum mit 2-6 grenzdebilen Jungs, die sich ordentlich die Fresse polieren, jeden Sieg feiern wie die Fußball-Weltmeisterschaft und allesamt keinen Plan haben wie man das Spiel eigentlich richtig spielt. Hauptsache es spritzt Blut und die Fatalities werden unter grunzenden Jubelschreien zum Happening. Dazu die ein oder andere Karaffe Bier und die Existenzberechtigung des Spiels ist hergestellt. So aber schlag ich irgendwann zu, wenn's mir hinterher geworfen wird und versuche im Laufe des Jahres mal nach Essen zu kommen, um es dort in genau dieser Art und Weise zu zocken.

Freitag, 22. April 2011

Plötzliche Service-Nieten

Das PSN ist mal wieder down. Ob Hacker-Angriff oder Unfähigkeit ist bislang noch nicht überliefert.

Vor einigen Tagen war mein angemieteter Exchange-Server nicht erreichbar. Erst um 12.30 mittags konnten wieder E-Mails verschickt und empfangen werden. Dieser Ausfall wurde mir später mit einem Entschuldigungsschreiben so erklärt:

Sehr geehrter Cortado-Nutzer,

Heute Morgen um ca. 7:00 gab es innerhalb unserer Infrastruktur einen Netzwerkausfall, der dazu führte, dass jeglicher Zugriff auf unsere Dienste, also vor allem Ihr Postfach und somit der Empfang und Versand von E-Mails nicht möglich war. Der Ausfall führte leider ebenfalls dazu, dass unsere Sharepoint Server, sowie unsere eigenen Webseiten, und weitere Dienste nicht mehr erreichbar waren.

Die Fehlerlokalisierung und Wiederherstellung der Erreichbarkeit hat leider trotz sofortiger Reaktion und der Bündelung von internen und externen Ressourcen gut fünf Stunden in Anspruch genommen – seit 12:30 ist die Erreichbarkeit wieder hergestellt. Es sind keine Daten verloren gegangen. An Sie gesendete Nachrichten während dieses Ausfalls werden Ihnen im Laufe des Tages zugestellt.

Wir können Ihren Ärger und Missmut und die Probleme, die eine Nichterreichbarkeit per E-Mail für eine solche Dauer hervorrufen können sehr gut verstehen. Wir entschuldigen uns aufrichtig für diesen Ausfall und bedanken uns herzlich für die Geduld und das Verständnis des Großteils unserer Kunden, verstehen aber auch jeden, der bei dieser Ausfalldauer die Geduld und Toleranz verliert.

Als Entschädigung werden wir Ihnen für den kommenden Monat Mai keine Kosten in Rechnung stellen. Die Kunden, die bereits für den Monat Mai abgerechnet wurden, bitten wir, sich zwecks Rückerstattung an info@corp.cortado.com zu wenden.

Der Ausfall dauerte von morgens um 7 bis mittags um 12.30. Sonys PSN ist bereits seit dem 21. April nicht mehr voll funktionsfähig, ich habe noch keine Mail erhalten. Dafür wird auf dem offiziellen Blog angekündigt, dass der Ausfall noch zwei Tage dauern könnte, der offizielle Twitter-Account versucht sich mit Durchhalte-Parolen über Wasser zu halten und empfiehlt mal wieder Single-Player-Herausforderungen anzugehen. Gute Idee, die besonders Besitzer von Capcoms Download-Titel Bionic Commando Rearmed 2 freuen wird, dessen Kopierschutz eine ständige Verbindung zum PSN erfordert.

Muss ich wohl doch raus in die Sonne ...

Samstag, 4. Dezember 2010

The Good, the Bad, the Meh - Gran Turismo 5

"Man am meisten von ihm schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt."
Wilhelm Busch


Entwickler: Polyphony Digital
Publisher: Sony
USK-Version ungekürzt: Ja


Vorwort
Eine Metacritic-Wertung von 85, da braucht doch eigentlich keiner mehr ein weiteres Review von GT 5. Das Spiel muss gut sein. Ist es auch, aber es zeigt auch, was falsch läuft in der Spiele-Entwicklung und warum die Zukunft für altgediente Zocker alles andere als rosig aussieht.

Ich bin jetzt 33 und habe graue Haare. Das ist nicht weiter tragisch, wohl aber, dass ich so langsam in den "Früher war alles besser-Modus" hinein wachse. Eine dusselige und rückwärtsgewandte Stammtischaussage, die mir eigentlich gar nicht zusagt. Und doch ertappe ich mich in letzter Zeit immer öfter beim wehmütigen Gedenken an die 90er, in denen ich das Gefühl hatte, dass die Menschheit auf einem guten Weg ist. Liegt vermutlich nur am Raumschiff Enterprise und Captain Picard, aber meiner unmaßgeblichen Meinung nach, ist die Welt in den letzten zehn Jahren eher einige Schritte zurück als vorwärts gegangen. Ist ein etwas happiger Einstieg, aber nach schätzungsweise 60 Stunden Gran Turismo 5 passt es einfach erschreckend gut. Gran Turismo 5 ist kein schlechtes Spiel, aber es zeigt, dass die Branche mehr als nur ein Problem hat, das man aber mit einer guten Marketing- und PR-Abteilung überspielen kann.

Ich kann (noch) nicht jeden Aspekt des Spiels endgültig beurteilen, dazu ist das Ding einfach zu umfangreich. Ich hab gerade mal drei Stunden online gespielt und bei weitem nicht alle Rennen gefahren. Ich musst das Spiel sogar von vorne beginnen, weil mein Spielstand... whatever. Los geht's.



The Good

Die nackten Zahlen
Über 1.000 Autos, über 20 Strecken in 70 Varianten, Tuning, Lizenzen, Spezial-Events, ein Strecken-Editor...auf dem Papier macht sich GT 5 sehr gut und die Macher hatten keinerlei Probleme damit Dinge zu finden, die man auf die Packungsrückseite drucken konnte.

Das Fahrgefühl
Ich bin glücklicher Besitzer eines Logitech Driving Force Pro in Kombination mit einem Rennsport Wheelstand von Fanatec. Mit dieser Peripherie wird Gran Turismo 5 - wie schon die Vorgänger - zu einem einmaligen Erlebnis. Wer mal mit einem potenten Wagen über die Nordschleife gebrettert ist und jede Bodenwelle gespürt hat, der weiß wovon ich rede. In Gran Turismo 4 gab's bessere Windgeräusche, aber das Fahrgefühl ist dynamischer denn je. Die Unterteilung zwischen Standard und Professional ist futsch, es gibt nur noch EIN Fahrmodell und zahlreiche Fahrhilfen. Das Ergebnis ist grandios, allerdings gibt es einige Fahrzeuge, die sich unfassbar beschissen fahren. Das mag dem realen Vorbild entsprechen, wirkt dennoch nicht immer ganz nachvollziehbar. Alles in allem gibt's hier dennoch kaum Grund sich zu beschweren.

Das Streckendesign
Da kann man sagen was man will, Yamauchi und seine Jungs wissen welche Rennstrecken der Welt richtig Spaß machen und sie können auch selbst hervorragend Kurse designen. Der größte Schwachpunkt von Forza III (Bis auf die Nordschleife und die Serpentinen-Strecke war da viel zu viel einschläfernder Mist dabei) ist der größte Pluspunkt von Gran Turismo 5. Die wenigen neuen Strecken sorgen schon nach kurzer Eingewöhnung für Herzrasen in Mutkurven, die klassischen Strecken wissen immer noch zu begeistern. Es zeigt, welche Meisterleistung die Jungs schon damals bei Gran Turismo 1 vollbracht haben, denn schließlich wurden die Kurse schon 1997 erstmals entworfen.






The Meh

Das Wetter

Yay! Es gibt Wetter in Gran Turismo! Endlich hat Yamauchi ein Versprechen gehalten. Oder auch nicht, denn eigentlich hatte der gute Mann Wetter für ALLE Strecken versprochen, am Ende sind es nur sehr wenige ausgewählte Kurse. Sämtliche alten Strecken sind schon mal raus, die Stadtkurse auch. Bleiben High Speed Ring, Suzuka, Eiger Nordwand, Monza, LeMans und der Nürburgring. Außerdem die Special Stages, die allerdings bei Trockenheit so dermaßen peinlich aussehen, dass es weh tut. Dennoch: Ein Regenrennen bei Nacht sieht klasse aus und ich kenn sogar Leute, die finden das Regentropfen.gif an der Seitenscheibe gut. :)

Das Balancing
Ein Problem, mit dem die Reihe schon seit Beginn zu kämpfen hat. Einige Events kann man mit verbunden Augen gewinnen, andere erweisen sich als bockeschwer. Alles in allem erträglich, weil man den Großteil der Rennen schlicht mit der Verbesserung des Equipments vereinfachen kann, dann hat das aber alles mit "Rennsport" nicht mehr viel zu tun.

Der B-Spec-Modus
In Gran Turismo 4 hat den eigentlich schon keiner gebraucht und es hätte ihn wohl auch niemand in einem GT 5 vermisst, er ist trotzdem dabei. Leider kann man sich nicht mehr mit seinem Fahrer abwechseln, sondern ist komplett zum Zuschauen verdammt, auch die Zeit lässt sich nicht mehr vorspulen. Das Ergebnis ist leidlich unterhaltsam, weil der angeheuerte Fahrer zu Beginn die fahrerischen Fähigkeiten einer Amöbe aufweist und herrlich bescheuert durch jede Kurve rutscht, aber meine Lebenszeit ist zu kostbar, um mir den Quatsch wirklich länger anzutun.

Der Streckeneditor
Einem geschenkten Gaul kuckt man nich ins Maul. Scho recht, aber ich weiß wirklich nicht, wieso die Jungs mit dem Ding ihre Zeit vertrödelt haben. Letzlich kreiert man herzlich wenig selbst, sondern sucht sich eher ein zufallsgeneriertes Stück Rundkurs aus, dass man anschließend verfeinern kann. Das funktioniert schnell und gut, bringt aber als Ergebnis profillose Allerweltsstrecken hervor, die keine Sau braucht. Wie man die Entwicklerzeit wohl besser hätte anwenden können? Hmm... Cockpits für alle Wagen vielleicht? Neeeeeee, lieber ein dusseliges Extra, das keiner braucht. Schön übrigens, dass auch dort die Wetterverhältnisse und Tageszeiten nur sehr eingeschränkt verändert werden dürfen. Man will ja konsequent bleiben...






The Bad
Die Installation
Ich habe das Spiel dreimal in meinem Leben installiert. Einmal auf der Firmenkonsole für den Test der play³, einmal auf meiner privaten Fat Lady und einmal auf der neuen Slim. Ich wünsche diese Erfahrung nicht mal meinem schlimmsten Feind, denn es gehört zu den Dingen, die ich an der heutigen Konsolensituation absolut nicht packe. 40 Minuten Installation tun immer weh und wenn das installierte Spiel dann trotzdem noch jeden Furz nachlädt und insgesamt so schnell lädt wie Gran Turismo 4, dann geht mir das auf den Sack. Punkt. Ein großer Spaß ist übrigens der Verzicht auf die Installation. Dann lädt jeder Klick gefühlte drei Stunden und jedes Rennen locker zwei Minuten. Wieso die Installation nicht Pflicht ist, weiß nur Yamauchis Mudder.

Premium vs. Standard
Ich habe es nicht glauben wollen und konnte es selbst dann nicht glauben, als ich es live erlebt habe. Knapp 200 Premium-Fahrzeuge haben Cockpits, rund 800 Standard-Wagen nicht. Es ist mir furzegal wie viel Arbeit das ist, hier wurden eindeutig falsche Prioritäten gesetzt. Wieso 1.000 Autos, wenn man 800 davon dann nur von der PS2 hochskaliert? Geht einfach nicht. Ginge schon für sich genommen nicht, aber wenn ein Forza III 400 Autos mit Cockpits bietet und dabei auf unzählige Doppelungen verzichtet, dann zeigt das nur, wie arschfaul die Spacken bei Polyphony sind. Leck mich am Arsch, ist das lächerlich. Fehlende Cockpits nicht genug, die Standard-Wagen dürfen optisch nicht getunt werden, nicht mal neue Felgen gibt's. Und der Foto-Reise-Modus ist ebenfalls nur Premium-Wagen vorbehalten. Wie die mit dieser Nummer durchkommen, ist mir schleierhaft. Fett 1.000 Autos hinten auf die Packung drucken und dann so ne Nummer abziehen, ist einfach hochnotpeinlich und eigentlich schon der K.O. für das Spiel. Selbst wenn es der einzige Kritikpunkt wäre, könnte ich dem Ding schon keine 9 mehr geben. Da können die Premium-Modelle noch so funkeln und vor Details strotzen, es ist ein Schlag in die Fresse. Prologue hatte knapp 100 Autos, alle mit Cockpit. Und in 3 Jahren haben die es echt nicht geschafft mehr als 100 weitere Karren zu bauen? Lächerlich. Sagen wir es gemeinsam: LÄCH-ER-LICH!

Aber damit immer nicht genug, denn unter den 200 Premium-Wagen finden sich auch so illustre Modelle wie der VW Schwimmwagen oder furzkleine Suzukis von der Eleganz eines Picasso-Gemäldes in 3D. Aber ein Lamborghini Countach muss als Standard-Modell ausreichen, klar. Erneut: Völlig falsche Prioritäten und schon auf einem Level der Lächerlichkeit, dass man sich schämen muss.

Der Rallye-Modus
Ist vielleicht ein Kritikpunkt, der nur für Leute gilt, die einmal in ihrem Leben DIRT 2 oder Rallisport Challenge 2 gespielt haben. Denn... wie formuliert man das jetzt mal? Also, im Vergleich zu diesen beiden Kleinoden der Rennspielgeschichte, ist der Rallye-Modus von GT 5 absolute Grütze. Absperrbänder aus Beton, Bodentexturenm die auf einer PS2 beachtlich gewesen wären, billig aussehende (aber immerhin schön voluminöse) Staubwolken und ein Fahrgefühl aus der Hölle. Ernsthaft, was soll das? Von sich aus stellt das Spiel in der Loeb-Challenge immer und immer wieder die Traktionskontrolle ein und die Bildschirmtexte wollen mir weiß machen, dass ich nach Möglichkeit Drifts vermeiden soll. Ahja. Schon klar. Ich hab's mit dem Pad probiert und mit dem Lenkrad. Immer und immer wieder bin ich die zweite Prüfung (Eiger Nordwand) gefahren und immer und immer wieder fuhr sich die Karre als wäre ne Achse gebrochen. Hauptproblem bei dieser Nummer aber ist, dass man die Banden nicht berühren darf. Ich hab's jetzt oft genug probiert, um es für pure Zeitverschwendung zu deklarieren, denn es macht vor allem eines nicht: Spaß.

Die Fahrzeug-Auswahl
Forza III hatte 400 Autos und locker 70% davon waren wirklich begehrenswert. Gran Turismo 5 besitzt 200 Premium-Fahrzeuge, von denen ich mir 30 gern in die Garage stellen würde. Es gibt noch eine Menge Standard-Fahrzeuge auf meiner Einkaufsliste, aber selbst dann ist die Klasse des Fuhrparks meilenweit von der Konkurrenz entfernt. In Forza III war der Blick auf einen Hersteller stets ein Quell kindlicher Freude (Ui, es gibt den BMW M1! Ein 993er-Porsche, den will ich! Der Testarossa!), in GT 5 kann ich gar nich zählen, wie oft ich enttäuscht wieder aus dem Hersteller-Menü abgehauen bin. Bis auf Lamborghini gibt's kaum wirklich richtig neue Sachen, dafür aber zahlreiche Kackschüsseln, die ich nicht mal dann kaufen würde, wenn's die letzten Fahrzeuge auf dem Planeten wären. Wie so oft gilt auch hier: Völlig falsche Prioritäten und ein Indiz für die Faulheit der Entwickler. Besonders für Spieler der Vorgänger tragisch: Es werden kackfrech Autos, die ich in meinem Leben schon zwei Mal hart erspielt habe, wieder für astronomische Summen angeboten. Na, vielen Dank auch.

Die Menüs
Die Navigation war schon immer etwas eigenwillig in Gran Turismo, aber wie man nach fünf Jahren mit so einem krüppeligen Menü ankommen kann, ist mir schleierhhaft. Alles lädt eine halbe Ewigkeit und jede Ladezeit muss brav abgewartet werden, ehe man etwas anklicken darf. Und dass mich das bekackte Spiel satte DREI MAL fragt, ob ich mich nicht vielleicht doch ins PSN einloggen möchte, wenn ich es beim Start des Spiels nicht bin, fällt unter den Bereich Folter.

Die KI
Himmel hilf. Die Jungs fahren - wie üblich - ein Perlenketten-Formation durch die Gegend und nehmen den Spieler eher selten wahr. In Prüfungen nerven die Bremsklötze, die auch gerne noch mal kurz vor mir in die Kurve einscheren und mich in den Dreck schubsen, in Rennen kennen die Schweine kein Pardon und schieben mich auch gerne mal 300 Meter vor sich her, bis ich auch wirklich komplett aus dem Rennen genommen bin. Richtig ärgerlich wird's bei Prüfungen, in denen ich sofort bestraft werde, wenn ich auch nur jemanden touchiere, die KI-Fahrer dürfen dagegen alles machen was sie wollen. Genau wie Turn 10 mogelt Polyphony bei der Umsetzung der Physik. Donnere ich in einen Gegner rein, bin es immer ich, der sich dreht. Die KI-Fahrer fangen so gut wie alles ab und lassen sich durch fast nix aus dem Weg räumen. Gleichzeitig bin ich genauso der gearschte, wenn mir einer in die Karre donnert.

Das Recycling
Kommen wir zum ultimativen Grund dafür, dass Gran Turismo 5 und ich keine dicken Kumpel mehr werden. Ich hab nichts gegen den Einsatz altgedienter Elemente, vor allem nicht, wenn sie von so hoher Qualität sind wie die Strecken von Gran Turismo. Aber was Polyphony hier einfach zum x-ten Mal präsentiert und sich dabei nicht einmal schämt, ist beeindruckend. Es gibt insgesamt sechs neue Strecken, der gesamte Rest in in dieser oder ähnlicher Form schon aus einem Vorgänger bekannt. Noch dazu wurden alte Strecken wie Trial Mountain oder Deep Forest optisch eher lieblos ins HD-Zeitalter eingeführt und wirken fast als wären sie für ein HD-Makeover vorgesehen, aber wohl nicht für einen neuen Teil der Reihe, der satte fünf Jahre lang in der Mache war. Und wenn man schon hingeht und große Teile einfach etwas aufmotzt, wieso fehlen dann so viele Klassiker? Wo ist El Capitan? Wo ist New York? Wo Seattle? What the fuck? Bereitet da jemand DLC vor? Viel Spaß dabei, aber da seht ihr von mir keinen Cent.

Recycling beschränkt sich aber nicht nur auf Fahrzeuge und Strecken, auch Events hat man so schon unzählige Male absolviert. Die Lizenztests sind optional und es macht ja auch immer wieder Spaß ein paar Zehntel herauszuholen, aber mir ernsthaft zum x-ten Mal die Kurve in Deep Forest als Prüfung zu präsentieren, ist einfach peinlich und regelrecht unverschämt.

Die in Reviews viel gelobten Special-Events sind übrigens auch nix neues, gab's in GT 4 auch schon, wenn auch mit erheblich weniger Abwechslung.

Die Fahrzeug-Modifikationen
Ich wusste es beim Spielen von Forza III, dass GT 5 in diesem Bereich schwerlich die Komplexität und Klasse der Konkurrenz erreichen würde. Aber DAS? Die Fahrzeug-Modifikationen sind ähnlich beschränkt wie in Gran Turismo 4 und schon damals war die Nummer läppisch. Standard-Wagen dürfen keine neuen Felgen bekommen, ich kann aber einmal mehr einen kackhässlichen Spoiler auf viele Karren schrauben. Für Premium-Fahrzeuge gibt's da schon mehr, teilweise sogar Rennmodifikationen, waren mir bislang aber zu teuer und man bekommt natürlich vorher nicht gesagt, ob man die 175.000 Credits nur für ein paar Aufkleber und Farbklekser zahlt oder auch die Leistung gesteigert wird.

Die Krönung ist aber das Lackieren der Fahrzeuge. Das geht, allerdings erhält man neue Farben ausschließlich durch den Erwerb eines Fahrzeugs (!) und abgeschlossene Rennserien. Ergo: Wer als erstes einen senfgelben Toyota kauft, darf ihn - oh, Freude - anschließend senfgelb lackieren. Oder er kauft sich einen anderen Wagen in der gewünschten Farbe, kann diese dann für den Toyota verwenden, dann ist sie futsch. Jetzt mal ehrlich, sowas kann man nicht allen ernstes absegnen und sich nicht wenigsten EINmal vorm Spiegel fragen, ob man eigentlich sein Gehirn am Morgen auch eingepackt hatte. Da fehlen mir echt schon die Worte.

Die Levelstruktur
Anfangs war ich nicht sicher, was ich von dem Levelsystem halten soll, jetzt weiß ich es. Es ist so nötig wie ne zweite Nase und passt hinten und vorne nicht. Es ist ja ganz goldig, dass ich nicht von Beginn an jeden Wagen fahren darf, aber wieso geht's von Level 1 bis 15 in Windeseile und Level 16 dauert dann gefühlte Wochen? Schlimmer wiegt aber die Tatsache, dass es im Prinzip zu wenige Events für die Fahrzeugauswahl gibt. Mein Fuhrpark beinhaltet jetzt 30 Autos, aber ich kann kaum welche davon in neuen Rennen einsetzen. Wie üblich wird das Angebot sehr schnell schmaler und man kauft für einzelne Rennen Autos im Wert von 150.000 Credits, bekommt für den ersten Platz 3 Euro fuffzig und kann den Wagen anschließend nie wieder im Solo-Modus verwenden. Letztendlich verlangt das Spiel den frühen Kauf eines extrem starken Autos, mit dem man höherklassige Rennen gewinnt, was den Nutzen der Lieblingskarren leider nicht erhöht. Und wieso man bei einem Fuhrpark von 1.000 Autos hingeht und zahlreiche Cups kreiert, die ausschließlich mit einem bestimmten Fahrzeug zu fahren sind, bleibt ein Rätsel.

Die kleinen Macken
Ich hasse langsame Menüs, Gran Turismo 5 stellt neue Rekorde auf. Aber es gibt noch mehr Nickeligkeiten, die mich in den Wahnsinn treiben und Yamauchi mit gelbem Schnee einseifen lassen möchten.

- Gewonnene Autos müssen "abgeholt" werden. Das ist umständlich, dauert ewig und wird vom Spiel gefeiert als hätte man das Mittel gegen Krebs entdeckt.

- Gran Turismo 4 hatte zehn bis zwölf Felgen-Hersteller, GT 5 hat 30 Felgen. Und selbst die sind nur für Premium-Fahrzeuge. Im Vergleich zu Forza III ist das nicht mal mehr lächerlich, es ist eine eigene Liga der Schlechtigkeit. Es unterbietet sogar den fünf Jahre alten Vorgänger, das muss man auch erst mal schaffen.

- Derzeit gibt's keine Credits für Online-Rennen. Das wäre aber wünschenswert, denn im Gegensatz zu Gran Turismo 4 habe ich noch keine Events entdeckt, die beim Gewinn jedes Mal ein neues Auto ausspucken, um die ganzen Blechbüchsen zu bezahlen.

- Die Schatten. Diese Schatten. Die sind eines Gran Turismo einfach nicht würdig. Da startet man das Spiel mit einem lustigen Lizenztest, sieht seinen kleinen Reißbrenner und auf dem Boden einen Schatten so kantig, dass selbst Lego-Figuren sich angewidert zeigen. Praktischerweise werden diese Schatten im Foto-Modus weichgezeichnet, deswegen sehen die Screens auch alle viel leckerer aus als das eigentliche Spiel.

- Der Gebrauchthändler ist ansich ja eine schöne Idee, wie damals in GT 2. Aber muss das wirklich sein, dass gerade mal 30 Karren verfügbar sind und pro Spieltag vier durch neue ersetzt werden? Wer einen S2000 oder MX-5 sucht, bekommt den wirklich fast immer, aber wehe man wünscht sich ein bestimmtes Modell, von dem es nicht drei Trilliarden Varianten gibt. Dann muss man so lange irgendwelche Rennen fahren, bis eines Tages mal der Wagen verfügbar ist. Dann sollte man allerdings auch noch genug Kohle für die Karre haben, denn ein paar Spieltage später ist der Wagen weg und kommt so schnell nicht wieder.

- Ich habe acht Trilliarden Stunden in Prologue investiert und was habe ich davon? Genau. Nix. Meine PSP-Garage (so ich denn eine habe) darf ich in GT 5 importieren (dann aber nur im Arcade-Modus verwenden. FAIL), Prologue interessiert Polyphony kein Stück. Ich soll also wieder unzählige Runden in den Asphalt brennen, um mir die gleichen Karren zu kaufen, die ich in Prologue schon längst besessen hab. Nicht ganz unverständlich, aber trotzdem ein großes Fuck you an alle Prologue-Spieler.




Maik says:
Mag ja sein, dass GT 5 für jeden Neuling ein Spitzenspiel ist, aber für mich ist es die Enttäuschung des Jahrzehnts. Zudem kann ich der Argumentation einfach nichts abgewinnen. Spiele wären bei dieser Mentalität in den letzten 10 Jahren nie so weit gekommen. Yamauchi und sein Team haben offenbar in erster Linie Zeit verplempert, nie einen Konkurrenztitel gespielt und sind so arrogant wie faul. Man merkt dem Spiel an jeder Ecke an, dass etwas nicht fertig geworden ist und viele der Kritikpunkte sind für jemanden, der bislang alle Teile der Reihe gespielt hat, gravierend. Tolles Fahrgefühl hin oder her, im Prinzip ist Gran Turismo 5 näher an einem HD-Makeover von GT 3 als an einem echten Next-Gen-GT. Sämtliche alten Kurse sehen auch so aus, der Großteil der Fahrzeuge ist ebenfalls nur hochskaliert und dezent aufgehübscht, was bleibt ist viel heiße Luft, unzählige Detailmacken und die Erkenntnis, dass Polyphony weit davon entfernt ist noch irgendwas mit dem Wort Referenz zu tun zu haben. Turn 10 hat mit Forza III ein hervorragendes Spiel abgeliefert, das lediglich im Bereich Fahrdynamik und Streckendesign den Kürzeren zog. Mit Teil 4 können die Jungs Gran Turismo endgültig überholen und werden dennoch nicht halb so viele Spiele verkaufen. Die Welt ist ungerecht.

6/10

Dienstag, 15. Juni 2010

TWISTED METAAAAAAAAAAAL!!!!

Stoppt die Maschinen!!!1EINS Twisted Metal für die PS3 wurde auf der E3 erstmals gezeigt, es gibt einen Gott.





Okay, der Rest der PK war stellenweise wirklich grausam (auch wenn nie das "Hab-ich-das-falsche Programm-Gefühl" von Ubisoft erreicht wurde), aber dieser ganze New-Age-Mist vom Zauberer von Oz über Sportspiele, bei denen selbst Oma einpennt und Golfspielen, bei denen selbst Golfer versagen, war für einen kurzen Augenblick vergessen. David Jaffe hat endlich den Schleier gelüftet und Twisted Metal präsentiert.

Da ich zwar bekloppt und ein Fanboy der Serie vor dem Herrn bin, aber gleichzeitig auch ein Vollprofi, versuche ich doch mal ganz objektiv an die Sache ranzugehen. Man darf mit schwer bewaffneten Autos durch die Landschaft und Städte rasen und alles kaputt ballern, was einem in den Weg kommt. Das ist wissenschaftlich nachgewiesenermaßen ein großer Spaß.

Technisch bleibt sich die Reihe treu: Große Landschaften und Levels, weniger Details. Das hat mich nicht vollends umgehauen, aber ich bin zuversichtlich, dass es das finale Spiel tun wird. Die Levels waren jedenfalls teils gigantisch und man kann in ein Haus rein und bis zum Dach fahren, wo's dann weiter geht. Ich hoff natürlich, dass die Levels dadurch nicht gleich ZU groß werden und dass es trotzdem auch sowas wie Leveldesign geben wird. Ich mache mir ein wenig Sorgen, aber ich drück die Daumen.

Es ist schnell, eher in Richtung TM: Black als TM2, es ist unglaublich viel los und ich hab keine Ahnung, ob ich mich über Hubschrauber wirklich freuen soll. Ich will eigentlich nur mit Autos fahren.

Multiplayer ist wichtig und die CTF-Variante sah vielversprechend aus. Vom Singleplayer hab ich leider nix gesehen, aber wenn's animierte Storysequenzen gibt, dann wohl auch nen Singleplayer-Part.

Ich bin begeistert. Ich habe laut vor Freude geschrien, was eine nette Abwechslung zum sonstigen verärgerten Aufschreien angesichts der bescheidenen Stream-Qualität war. Twisted Metal ist zurück und DAS spiel sogar ich online. Yay!



Dienstag, 30. März 2010

The Good, the Bad, the Meh - God of War III

Das Finale der God of War-Reihe haut noch mal richtig auf die Kacke. Aber reicht das heute noch oder ist die Luft raus?




Entwickler: Sony Santa Monica
Publisher: Sony
USK-Version ungekürzt: Ja


Mit God of War hat sich David Jaffe unsterblich gemacht und sein bisheriges Meisterwerk abgeliefert (wenn man mal davon absieht, dass er ein Spiel entwickelt hat, in dem man zu einer Rockversion von Frère Jacques durch Paris rasen und den Eiffelturm in die Luft sprengen darf...). Mit God of War II konnte sich Cory Barlog profilieren und die Reihe erfolgreich fortsetzen. Setzt Stig Asmussen sich jetzt ebenfalls ein Denkmal? Die Vorzeichen stehen nicht schlecht: Das Team konnte in der ersten Fortsetzung ordentlich drauflegen und ein erstaunlich temporeiches und großartig designtes Spiel abliefern, jetzt kann man zusätzlich noch den Technik-Joker ziehen und auf der PS3 bisher unmögliches auf die Beine stellen. Dabei kann ja eigentlich nur das beste Spiel der Welt herauskommen.




The Good

Die Optik
Maik

Uncharted 2 bleibt die Referenz, aber was die Entwickler hier auf den Bildschirm zaubern, ist einfach nur unglaublich beeindruckend. Gigantische Umgebungen, atemberaubend schöne Panoramen, fette Effekte, enorm detailliere Charaktermodelle - da gibt's absolut nix zu meckern (außer an der Framerate, aber dazu später mehr). Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo
Eines muss man den Jungs von Sony Santa Monica anerkennen: sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Uncharted 2 bleibt zwar auf dem Grafikthron, dennoch sind die riesigen Levels in und um den Berg Olympus ein geiler Hingucker – auch wenn sie es mit Effekten stellenweise übertreiben. Einzig und allein das miese Antialiasing fällt negativ auf. Ein Zeichen dafür, dass die Entwickler die Konsole immer noch nicht völlig im Griff haben.

Das Gameplay
Maik
Als wäre Kratos nie weg gewesen. Die neuen Moves und Waffen fügen sich harmonisch ins bestehende Konzept ein und Gegner vermöbeln macht von der ersten Minute an genauso viel Spaß wie eh und je.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo
Ein kleiner Auszug aus dem Almanach der abgedroschenen Phrasen: Kenner der Vorgänger werden sich sofort heimisch fühlen. Klingt blöd, ist aber tatsächlich so. Die Entwickler haben am Gameplay nur dezente Veränderungen bei den Standard-Moves vorgenommen und drei neue saucoole Waffen reingepackt. Die Magie ist jetzt an die Waffe gekoppelt, woran man sich aber schnell gewöhnt. Und das Zeitfenster bei den Quicktime-Events ist dezent länger, was mir und Maik als alte Säcke zugute kommt. The bottom line: das Verdreschen, oder besser gesagt Massakrieren, der Gegner ist auch in Teil 3 wieder ein einziger Adrenalinrausch.

Der Soundtrack
Maik
Es wummst und kracht aus den Boxen, dass man gar nicht genug bekommen kann. Dramatisch, wuchtig, schön. Unzählige Passagen kennt man schon aus den Vorgängern, aber das wirkt weniger wie Recycling als vielmehr wie eine Art Best-of. Als Fan der Reihe fühlt man sich musikalisch sofort heimisch.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

Episch, wie eh und je. Dramatische Orchesterstücke, coole Chorgesänge. So muss es sein, nichts anderes hab ich erwartet.

Das Intro
Maik
Die Geschehnisse von God of War I und II werden in stylishen Bildern noch einmal zusammengefasst und die Entwickler vorgestellt. 3 Minuten pure Awesomeness.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

Geil gemacht: dezent, stylisch, cool. Perfekt für Kenner und Quereinsteiger.

Die Sprecher
Maik
Kratos selbst ist eher meh, aber alle anderen machen ihren Job perfekt. Rip Torn als Hephaistos, Malcolm McDowell als Dädalus, Kevin Sorbo als Herkules...SO muss eine Synchro klingen.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

Über jeden Zweifel erhaben! Jede, aber wirklich ausnahmslos jede Figur in God of War III ist grandios vertont. Mein Favorit: Rip Torn als Hephaistos – fantastisch.

Zeus
Maik
Kratos und sein cooles Tattoo hin oder her, eigentlich ist Zeus der Star der Geschichte. Cool as cool can be und im Endkampf eine fiese Sau. Ich wäre ja der erste, der für ein Zeus-Spiel votieren würde, aber Blitze schleudern und Kinder zeugen ist als Spielinhalt dann vielleicht doch etwas wenig. Obwohl...

Udo

Mich versetzt Zeus jetzt nicht so in Begeisterungsstürme wie Maik „ich stehe auf alte Männer mit langen Bärten“ Bütefür. Gibt es da etwas, worüber du mit mir reden willst, Maik? Wenn ja, ich will's nicht hören. BÄM!! Zeus ist als Obermotzgegner schon ne ganz coole Sau, kriegt dann aber dann doch ordentlich auf die Fresse. Nuff said!

Das Bonusmaterial
Maik
Teil 1 bleibt dahingehend unerreicht, aber nach dem ermüdenden DVD-Geblubber von Teil 2 ist das Bonusmaterial von Teil 3 wieder etwas straffer und durchaus erhellend. Schade, dass die Doku mit RoboCop Peter Weller nur den Käufern der absurd teuren Ultimate-Edition vorbehalten bleibt. Die Auftritte vom zersausten Rip Torn und vom schroffen McDowell machen den Verlust wett.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

So wie es sein muss. Neben einer ganzen Reihe an Making-Ofs (unbedingt das Voice-Acting-Making-Of ansehen, Malcolm McDowell hat die dicksten Eier des gesamten Casts :-)) gibt es noch eine Handvoll Challenges, die durch einige Bugs und Ungereimtheiten gelegentlich ganz schön auf den Sack gehen.

Die Bosskämpfe
Maik
Zwar wird das Level der Vorgänger nicht ganz erreicht, aber schon allein der gigantische Kampf gegen Poseidon im ersten Abschnitt rockt die Hütte.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

Poseidon haut zu Beginn des Spiels mächtig rein und lässt das ein ums andere Mal die Kinnlade gen Boden klappen. Der Kampf gegen Hades ist mein persönliches Highlight im Spiel: düster und fies. Im Serienvergleich muss sich Teil 3 aber hinter den ersten beiden Werken einreihen, trotz der durchaus fetten Titanen-Fights.

Titten
Maik
So lustig die Sex-Minigames in den Vorgängern auch waren, sie hatten immer den Makel der absolut peinlich aussehenden Brüste der Gespielinnen. Die PS3 lässt ihre Muskeln spielen und ermöglicht ganz neue Dimensionen der Brust-Physik und Rundungen, die diese Bezeichnung auch verdienen.
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf.

Udo

BOOOOOOBIIIEEESS!!!11Eins Hier zeigt die PS3, was sie kann. Wenn schon kein vernünftiges Antialiasing oder 60 fps, dann wenigstens Titten. Schöne runde schmackhafte Titten. Aphrodites Titten. Ist das sexistisch oder gar pubertär? Vielleicht, mir sowas von scheißegal!





The Meh

Die Mini-Macken
Maik
Alles in allem ist God of War III extrem poliert, aber kleinere Macken fallen dementsprechend deutlicher auf. Hera sieht stellenweise ganz schön scheiße aus und beim Sex-Minigame hatte ich einmal nen gröberen Schnitzer als die beiden Zuschauerinnen plötzlich nur eine Zuschauerin war und die Sprachausgabe nicht mehr zu den Lippenbewegungen (kein Wortspiel!) passte.

Udo
Auch God of War III ist nicht ohne Fehler. Allerdings bleibt das Hauptspiel weitestgehend von gröberen Schnitzern verschont. Bei den Challenges sieht das dann schon anders aus. Wenn ich sehe, wie ich bei einer Finisher-Animation über den Rand hinaus in der Luft laufe und dann in den Abgrund stürze, ohne wirklich was dafür zu können, würde ich am liebsten ausflippen.

Der Gore-Faktor
Maik
God of War war schon immer deftig, aber hier wird's stellenweise übertrieben. Wenn ich daran denke, wie pingelig die USK sonst gerne ist, wenn's um menschenähnliche Gegner geht, will mir dieses Siegel nicht so recht einleuchten. Kratos prügelt ungebremst die Scheiße aus Herkules raus und zermanscht ihm das Gesicht, wie sonst nur Typen mit Feuerlöschern in Irreversible. Durch die PS3 sieht das Ganze dann auch noch extrem detailliert aus. Schläge aus der Sicht des Opfers sind ebenfalls keine gute Idee.

Udo

Ich beschwere mich normalerweise nicht, wenn es etwas deftiger zur Sache geht. Aber das God of War III einen USK-Stempel bekommen hat, ist eine Frechheit und ein Beweis zugleich, dass die USK mittlerweile vollkommen willkürlich handelt. Wie Kratos die Götter des Olymp teilweise auseinandernimmt, geht auf keine Kuhhaut. Die Nummer mit Poseidon ist geschmacklos und Herkules' Schönheits-OP ist schlichtweg asozial (der Vergleich mit Irreversible trifft die Sache perfekt auf den Punkt, Maik. Kompliment). Die Entwickler haben eindeutig die Grenzen des guten Geschmacks überschritten.

Das Labyrinth
Maik
Sony Santa Monica wischt den Boden mit Dante's Inferno auf, und dennoch wirkt der große Labyrinth-Abschnitt eher uninspiriert und wie eine billige Lösung dem Spieler immer wieder identische Gegner in viereckigen Räumen auf den Hals zu hetzen. Immer noch Lichtjahre besser als die Prüfungen in Dante's Inferno, aber im Vergleich zu den Vorgängern etwas enttäuschend.


Udo

Im Vergleich zu den Prüfungen gegen Ende von Dantes Inferno (die ganz nebenbei bemerkt Dreck aus der Hölle sind – geiles Wortspiel, oder?) ist das Labyrinth-Level noch ganz große Kunst. Sicherlich, etwas aufgesetzt wirkt es schon, aber meiner Meinung nach kein wirklicher Kritikpunkt.

Das Tempo
Maik
God of War war eine 12-Stunden-Achterbahnfahrt, in der man von einem Highlight zum nächsten geschubst wurde. God of War II legte noch einen drauf und bot eine erinnerungswürdige Szene nach der anderen. God of War III ist immer noch weit besser als seine Nachahmer (Dante's Inferno würde mir da spontan einfallen), aber im Vergleich zu den Vorgängern wird hier öfter auf die Bremse getreten und denkwürdige Momente sind rarer gesät.


Udo
Teil 3 hat es einfach im Vergleich zu seinen beiden exzellenten Vorgängern unfassbar schwer. Immerhin haben es die Entwickler geschafft das Niveau nicht allzu sehr abrutschen zu lassen. Auch wenn es in der Tat weniger Szenen gibt, die sich richtig ins Gedächtnis brennen, die Abnutzungserscheinungen sind zwar deutlich spürbar, werden aber zumindest durch die Next-Gen-Präsentation etwas aufgefangen.

Der Umfang
Maik
Knappe acht Stunden brauchen geübte Spieler bis zum Abspann. Das ist okay, wenn man bedenkt, dass man Teil I aus heutiger Sicht genauso schnell durchprügeln könnte, dennoch fühlt sich das Spiel etwas knapper und umfangärmer an, was zum Teil auch an der weniger mitreißenden Story liegt.

Udo

Ich habe mit elfeinhalb Stunden länger gebraucht, was aber wohl eher daran lag, dass ich im Vergleich zu Maik „the Pussy“ Bütefür den Schwierigkeitsgrad „Normal“ gewählt habe und nicht „Easy“! :-) Der Umfang geht in jedem Fall für heutige Verhältnisse voll in Ordnung.

Maik
Ein klares Indiz, dass du völlig aus dem Training bist. In der gleichen Zeit hab ich es ZWEImal durchgespielt, einmal auch auf Normal. Du Schwein!


Die Flugsequenzen
Maik
Keinesfalls schlecht, aber zum einen etwas nervig (einmal irgendwo vorgedonnert, knallt man danach locker noch mal mindestens in drei andere Hindernisse) und spätestens beim dritten Mal erschreckend langweilig.

Udo

Mann, sind mir die Flugpassagen auf die Nerven gegangen. In diesem Punkt schließe ich mich voll und ganz Maik an.

Die Story
Maik
Das nennt man mal Jammern auf höchstem Niveau. Die Erwartungshaltung, die God of War II aufgebaut hat, war unmöglich von God of War III zu erreichen, aber selbst ohne diesen Build-up wirkt God of War III nicht ganz rund. Kratos Verhalten ist stellenweise willkürlich oder zumindest nicht ganz nachvollziehbar, die Logik kommt ins Holpern und das Ende ist schlicht lahm.

Udo

Ganz klar DER Schwachpunkt des Spiels. Die Ereignisse wirken etwas an den Haaren herbei gezogen und im Vergleich zur Gewaltorgie, deren Zeuge man das gesamte Spiel über wurde, am Ende unpassend moralisch! Wenn schon Badass, dann bitte auch bis zum Ende!

Keine 60 Frames mehr
Maik
Liefen die beiden Vorgänger nahezu stabil mit 60 Frames (wenn auch erkauft mit heftigem Tearing), läuft God of War III nur noch mit 30 Bildern pro Sekunde mit gelegentlichen Ausreißern nach oben. Das ist schade und in den ersten Spielstunden gewöhnungsbedürftig, aber nach einem Drittel des Spiels fällt's kaum noch auf. Letztlich ein Signal, das die Aussagen von Insomniac Games untermauert. 60 Frames sind toll, aber in einem Spiel wie God of War nicht wirklich notwendig und schwerlich ein Verkaufsargument.

Udo

Die 60 fps vermisst man eigentlich nur in der Anfangsphase. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran, da das Gameplay nicht darunter leidet. Was mich eher nervt ist die Inkonsequenz der Entwickler. Zwar werden die 30 fps nie unterschritten, aber dafür an einigen Stellen überschritten. Das wirkt unsauber. Vielleicht streamt's ja nich mehr. ;-)

Maik
Alter, den Gag kapiert nu echt keiner. Aber fürs Protokoll: Ich hab gelacht. :)





The Bad

Alles schon mal da gewesen
Maik
Teil II hatte schon leichte Abnutzungserscheinungen zu beklagen, glich das aber mit Tempo, neuen Ideen und genialen Setdesigns wieder aus. God of War III geht auf Nummer Sicher und bietet größtenteils Dinge, die man schon kennt. Die Kämpfe auf den Titanen sind fett, aber nicht ganz so gigantisch wie man sich das vorgestellt hat. Und: auch wenn es die Entwickler vermutlich lieber als Hommage verstanden wissen wollen: Die Nummer mit der Wendeltreppe von oben ist einfach komplett ausgelutscht.

Udo

Teil III ist da, ist fett geworden und bietet nichts Neues. Abgesehen vom HD-Grafik-Bombast und der kommt, gepaart mit einer 5.1.-Anlage richtig gut rüber. Genau das war zu erwarten und jeder der höhere Erwartungen hatte, ist selber Schuld. Bei der Nummer mit der Wendeltreppe musste ich schmunzeln – fand ich nicht so schlimm.






Maik says:
God of War III ist ziemlich genau das Spiel, das ich auch erwartet habe. More of the same in edler HD-Optik. Die Luft ist raus und ich brauch erst mal keinen Nachfolger oder Ableger mehr. Das soll aber das Spiel nicht etwa abwerten. God of War III ist ein technisches Glanzstück mit fantastisch präsentierter Action und (wie oben ja deutlich zu sehen) nur wenig Grund für Kritik. Ganz persönlich erfüllt das Finale inhaltlich nicht ganz meine Erwartungen, die Teil 2 und dessen Lost Levels aufgebaut hatten und wertet selbigen im Nachinein noch auf, aber das ist erneut Jammern auf hohem Niveau. Teil I und II hatten mehr WTF- und Wow-Momente, die haften blieben und an die man sich gern erinnert. Dahingehend hat der dritte Teil klar das Nachsehen. Alles wirkt irgendwie unspektakulärer und wie schon mal gesehen, ist aber natürlich dennoch auf einem Niveau, von dem die Konkurrenz nur träumen kann. Das liegt sicherlich nicht zuletzt am Plattformwechsel, der größere Experimente schwieriger macht. Was bleibt noch zu sagen? Sony Santa Monica wischt mit Dante's Inferno den Boden auf!

8/10

Udo says:
So so, das ist er nun also. Teil 3 der blutigen Schnetzelserie ist fertig und liefert genau das, was ich erwartet habe: gewohnt brutale Action ohne großartige neue Ideen. Ist ja auch nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Zum Glück haben die Jungs von Sony Santa Monica die Finger vom Gameplay gelassen und sich auf eine Next-Gen-gerechte Präsentation konzentriert. Und die ist ihnen voll gelungen. Ich bin eine Grafikhure und bei einigen Szenen (vor allem während des Auftakts gegen Poseidon) ist mir auch ordentlich die Hose aufgegangen. Aber dennoch hab ich auch was zu meckern. Es scheint auch bei Sony Santa Monica keinen zu geben, der aus der PS3 vernünftiges Antialiasing herauskitzeln kann. Das ist dezent peinlich. Die 30 fps sind in meinen Augen kein wirklicher Kritikpunkt, aber das Kantengeflimmer ging mir doch ganz schön auf den Sack. Auch die völlig überzogene Gewaltdarstellung finde ich total asi. Ich will nicht aus der Egoperspektive miterleben, wie mich ein stinkwütender Spartiat auseinander nimmt. In diesem Punkt erkenne ich Parallelen zu CoD: Modern Warfare 2: da fand ich einige Nummern auch einfach völlig daneben. Tja, wenn Gewalt zum Selbstzweck verkommt... Trotz allem: God of War III ist eine geile Nummer und auch (fast) ein würdiges Ende der Trilogie.

8/10

BONUS

We sürrändoooooor!
Sprengung des Eiffelturms

Fate of Atlantis
Lost Levels von God of War II